Adriaan Roland Holst
Adwaita
Aegidius
Ashetu, Bernardo
Bloem, Jacques
de Haan, Jakob Israel
Jan Hanlo
Kopland, Rutger
Kouwenaar, Gerrit
Revius
de Ridder
Roland Holst, Adriaan
Roland Holst, Henriette
van Schagen, J. C.
Scheepmaker, Nico
Gedichte in niederländischer Sprache sind im deutschen Sprachgebiet ziemlich unbekannt. Vielleicht vermittelt dieses Blog etwas vom Flair der Poesie im niederländischen Sprachgebiet. "<" und ">" bzw. "Ältere Posts", "Neuere Posts" führen zu vorhergehenden bzw. folgenden Beiträgen.
Wie tief der Schock über dieses Gemetzel im europäischen Adel saß, zeigt ein Blick über die Alpen: Selbst in der berühmten florentinischen Nuova Cronica des Giovanni Villani verewigte ein Buchmaler die Szenerie.Die Miniatur stellt die schmachvolle Niederlage Rainalds dar: Als Zeichen seiner Kapitulation hält er demütig Federn in den Händen. Links neben ihm lagern die leblosen Körper der erschlagenen Luxemburger. Auf der rechten Seite thront der Triumphator: Herzog Jan, stolz flankiert von seinem frisch modifizierten Wappenschild, das nach dem Sieg den brabantischen Löwen mit dem neu gewonnenen Löwen von Limburg vereinte.
Jan Kal
Mont Ventoux
Dichten ist radeln auf dem Mont Ventoux,
hier steckte Tommy Simpson damals auf.
Todmüde in dem tragischen Verlauf
quälte sich der Weltmeister dem Endstrich zu.
An diesem Col sind viele abgehängt,
erste Kategorie, seitdem tabu.
Es riecht nach Tannenduft, Sunsilk Shampoo,
das braucht man, wenn man an den Abstieg denkt.
Es macht unendlich müde, alles was man tut;
der Mont Ventoux ist wohl die schlimmste Schinderei,
also, man überlege wohl, eh' man beginnt.
Doch schaffe ich, sogar in dieser Glut,
den Gipfel dieser kahlen Wüstenei:
Eitelkeit und Haschen nach dem Wind.
Übersetzung Jaap Hoepelman, Juli 2021.
Aus: Jan Kal, Fietsen op de Mont Ventoux: (1974) Uitgeverij de Arbeiderspers
"Solch unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, dass sie sich damit quälen sollen.
Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind."
Sloterdijk: So um die zweieinhalb Stunden. Man muss wissen, dass der Mont Ventoux eine sehr bizarre abweisende Aura hat. Wenn man die Vegetationsgrenze erreicht, ist man plötzlich in einer lunaren Landschaft. Die Rennradfahrer spüren davon natürlich nicht viel, weil sie vor Anstrengung blind sind. Wir Amateure waren am letzten Aufstieg so phänomenal langsam, dass man ständig diese todeszonenhafte Stimmung des Gipfelbereichs gespürt hat. Wenn man dann auch noch an dem Denkmal für den armen Simpson vorbeifährt, der da 1967 kurz vor dem Gipfel verendete, ist man schon ziemlich demoralisiert und denkt für ein paar Sekunden über die Sinnhaftigkeit des Unternehmens nach.
Aus "Hundsgewöhnliche Proletarier", Interview mit Peter Sloterdijk, Der Spiegel, 07,07,2008,
1626 - die erste persische miniatur in den Niederlanden Der Krug gefüllt...und Fürst Mahmud regiert, die Harfe klingt...und David psalmodier...