und windet sich in Schmerzen und jammert, dass ihn durstet...
Der Weise - er, der weiß...der Gott wohl kennt - verhöhnt den Toren,
Und überreicht ihm Galle, jauchzt: "Hört her, er ruft den Vater!"
Und murmelt "dank o Herr, dass ich nicht bin wie er!"
Und singt den Psalm: "Wohl dem, der in gottlosem Rat
Nicht wandelt, nie Schritte auf dem Weg der Sünder tat..."
Der Weise...sich zur Börse schleicht, und schachert Wertpapiere.
Der Vater schweigt...O Gott, es gibt Gott nicht!
Dies wird das letzte Gedicht wo ich schreibe,
jetzt wo mein Leben fast vorbei ist,
ist mir die Schöpferwut etwas verleidet:
es wütet mir der Krebs im Leibe,
und, Herr (so sprech' ich dich mal wieder an,
obwohl Du mir nicht recht vorstellbar bist,
aber ich quassle lieber einen an
als nur so in den Raum und es ist
derart am leichtesten mit Dir zu sprechen),
wie nun weiter, wo bleibe ich mit diesem Licht
von mir, von Dir, wenn das Fallen, weg in
das unvermittelt Unbenennbare beginnt?
Ein ungesagtes Wort, das Du erfindest?
Ich besuchte Mutter, mal sehen, geht's ihr gut
Ich sah die fremde Frau. Ihr Blick war weit
und leer, als ob sie schaute auf die and're Seite
eines breiten Flusses, nicht auf mich. Vielleicht wär's gut,
- als ich da auf dem Rasen stand, kleines Pils genommen
in der Altersheimkantine, die Zeit
ging langsam in der gottvergessenen Einsamkeit -
wär's gut gewesen, hätt' man einen Psalm vernommen.
Es war die Mutter, ihre zerbrechliche Gestalt, die reglos dort
im Gras stand, nur ihre dünnen Haare
bewegten sich im Wind, ein wenig, wie zum Segeln, fort
über stille Gewässer zum unendlichen Da-und-dort,
halt bitte Dein Versprechen. Deine Hand soll sie bewahren.
Gläubiges Gebet
Du glaubtest wohl, das Ganze voll im Griff zu haben,
doch mehr als Himmel und Erde bewegen
konntest Du nicht. Wie hast du mich mit Haken
und Ösen zusammen geflickt: Siehe beispielsweise
den Reißverschluß an einer Seele, die weder zu- noch aufgeht?
Ich konnte also nicht anders, als Dir ähnlich sein. Manchmal
erfolgreich, öfters stümpernd mit meinem viel zu schnell
vermatschten Genie. Heil sind wir natürlich nie,
außer mit einem intus, immer auf der Suche
nach einem Splitter in einem Finger oder nach nichts,
erhältlich in den traurigsten Kneipen auf Erden.
Außerdem, lieber Gott, fange ich an zu glauben, dass Du
kaum an Dichselber glaubst. So grenzenlos bist Du,
dass Du Dir an einem blöden Tag, verirrt in Deinem
Selbstgeschöpftem, nichts mehr merken kannst:
höchste Zeit für Dich, um uns zu lieben.
Übersetzung Jaap Hoepelman März 2026