Montag, 26. Februar 2018
Gegen Ende des Krieges (des 2. Weltkrieges muss man heute leider hinzufügen), während in verschiedenen Landesteilen noch gekämpft wurde, gelangen Bloem im April 1945 jene Zeilen, die zu den bekanntesten niederländischen Literatur zum Kriegsende gehören. Man kann nur hoffen, dass auch die Menschen in der Ukraine dieses Gefühl der unendlichen Erleichterung bald empfinden dürfen.
Jacques Bloem (1887-1966)
Nach der Befreiung
Schön und strahlend ist, wie damals, der Frühling,
Kalt der Morgen, aber wenn die Tage sich weiter
Öffnen, wird der ewige Himmel zum Wunder
Für die Geretteten.
Im dünnen Schleier über allen brachen Ländern
Pflügen wieder die trägen Pferde
Wie eh und je, während noch die nahen Fernen
Dröhnen vom Krieg.
Dies erlebt zu haben, dies bei heilem Leibe sagen zu
Dürfen, bei jedem Aufwachen zu
Wissen: hin ist, und jetzt für immer, die bald
Unerträgliche Knechtschaft –
Fünf Jahre war es wert zu schmachten,
Mal aufbegehrend, mal ergeben und niemand
Von den Ungeborenen wird die Freiheit
So zu schätzen wissen.
J.C. Bloem
Warnsveld 17 april 1945
Aus: Verzamelde gedichten
Schoon en stralend
(Übersetzung J. Hoepelman November 2017)