Wir kommen zur Welt mit Trauer, aus den Gräbern;
mit Trauer, die sich ziemt, weil wir noch tot sind,
Der Leib ist entstanden aus Erde und Pflanzen,
um einst zu finden den sicheren Hafen.
Den sicheren Hafen: Den Schoß einer Mutter,
wo die wilde Geschichte, allmählich und langsam,
sich endlich beruhigt; ich irre im Vater.
In gesonderten Strömen vollzieht sich das Leben.
Doch kehren wir wieder zum feierlichen Leichenzug;
der Leichenwagen führt, mit straffem Zaumzeug,
die Pferde, ganz ruhig, bis vor das Sterbehaus,
Im Rückwärtsgang gehen die Freunde des Weges.
Das Sterbehaus? Nein – lass Lebenshaus es heißen,
denn, wenn unter Schmerzen, der Tote erwacht hier,
genest von den Leiden, kommt wieder zu Kräften,
mit Ernst und mit Weisheit nimmt auf sich die Zukunft.
Die Werke des Tages gilt's nun zu vollbringen:
das Brechen der Brücken, das Schleifen der Städte,
das Schöpfen lebendiger Tiere und Früchte,
das Werk auch der Pinsel und weißelnder Stifte.
Erquickend ist meistens die Arbeit und stärkend.
Doch nützlich – das Verfüllen von Zechen,
das Verstecken von Kohle und stinkendem Öl
an passender Stelle, tief unter der Erde.
Auch edelstes Streben macht müde und hungrig.
Nichts Edleres gibt's als das reine Erschaffen
von Pflanzen aus gestaltlosenlosen Stoffen,
von Rehen, von Rindern und prächtigen Hühnern,
von Vögeln und hunderten Arten von Fischen
und hunderten Arten von Pflanzen und Wesen,
die dann, wenn's so weit ist, die Schöpfung bereichern:
die stammlosen Wurzeln, die Stoppeln der Halme.
Und sitzend am Tische mit sauberem Leinen,
gebärt unser Mund, mit dem größten Vergnügen,
Früchte, Radieschen, formvollendet bereits;
Dann und wann ist das kühlende Feuer zu Diensten.
Gewehre suchen die heilende Kugel.
Das niemals versagende ziehende Messer,
bringt Leben zum Leib; kein Wissen auf Erden
konnte je dies Geheimnis vollständig ergründen.
Vortreffliches füllt im Vergehen die Jahre,
Hässliches auch, ich übergehe es diesmal.
Im Laufe der Zeit wird das Leben harmonisch,
wenn wir erreichen die Tage der Jugend.
Die Tage der Jugend, die Tage der Schönheit.
Klar klingen die Stimmen, die frei heraus rufen.
Blau sind die Augen oder auch dunkel.
Die Zeit unsrer Jugend, wer kann sie beschreiben?
Die Schulen helfen, Vergessen zu lernen.
Sie bringen die weißen, ruhigen Stellen
in unsere Gedanken, sie lehren das Lachen
und einsame Spiele, unschuldig betrieben.
Wir werden stets kleiner,
wir fahren dahin.
Zurück bleibt eine verlassene Fläche.
Übersetzung: J. Hoepelman, März 2014
Komen ter wereld