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Montag, 9. März 2026

Murren gegen die Sterne

Luuk Gruwez


Die Religion hat in der Poesie der Niederlande ("Niederlande" im weitestem Sinne) immer eine beherrschende Rolle gespielt, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts paradoxerweise auch dadurch, dass man Gott anzweifelte oder Ihm Vorwürfe machte, sogar vorwarf, dass Er nicht existiere, oder Ihn ansprach mangels besserer Alternativen. 
Als Beispiele gebe ich hier ein Fragment aus  Multatulis "Gebet des Unwissenden", sowie Andreus "Das letzte Gedicht" und Koplands "Die Mutter das Wasser":

Multatuli

Gebet des Unwissenden
...
...
So wimmert der Unwissende am selbstgewählten Kreuz,
und windet sich in Schmerzen und jammert, dass ihn durstet...
Der Weise - er, der weiß...der Gott wohl kennt - verhöhnt den Toren,
Und überreicht ihm Galle, jauchzt: "Hört her, er ruft den Vater!"
Und murmelt: "Dank o Herr, dass ich nicht bin wie er!"
Und singt den Psalm: "Wohl dem, der in gottlosem Rat
Nicht wandelt, nie Schritte auf dem Weg der Sünder tat..."
Der Weise...sich zur Börse schleicht, und schachert Wertpapiere.

Der Vater schweigt...O Gott, es gibt Gott nicht!
===

Andreus

Das letzte Gedicht

Dies wird das letzte Gedicht, wo ich schreibe,
jetzt wo mein Leben fast vorbei ist,
ist mir die Schöpferwut etwas verleidet:
Es wütet mir der Krebs im Leibe,

und, Herr (so sprech' ich dich mal wieder an,
obwohl Du mir nicht recht vorstellbar bist,
aber ich quassle lieber einen an
als nur so in den Raum und es ist

derart am leichtesten mit Dir zu sprechen),
wie nun weiter, wo bleibe ich mit diesem Licht
von mir, von Dir, wenn das Fallen, weg in

das unvermittelt Unbenennbare beginnt?
Oder, dass Du mir unverdichtest
Ein ungesagtes Wort, das Du erfindest?
===


Kopland

Die Mutter das Wasser

Ich besuchte Mutter, mal sehen, geht's ihr gut
Ich sah die fremde Frau. Ihr Blick war weit
und leer, als ob sie schaute auf die and're Seite
eines breiten Flusses, nicht auf mich. Vielleicht wär's gut,

- als ich da auf dem Rasen stand, kleines Pils genommen
in der Altersheimkantine, die Zeit
ging langsam in der gottvergessenen Einsamkeit -

wär's gut gewesen, hätt' man einen Psalm vernommen.

Es war die Mutter, ihre zerbrechliche Gestalt, die reglos dort
im Gras stand, nur ihre dünnen Haare
bewegten sich im Wind, ein wenig, wie zum Segeln, fort

über stille Gewässer zum unendlichen Da-und-
dort, 
zu ihrem Gott. Es gibt Gott nicht, aber ich flehte doch:
Halt bitte Dein Versprechen. Deine Hand soll sie bewahren.



Mein über alles Lob erhabene Gedichte-Abo schickt mir jetzt ein Gedicht in dieser Tradition des mir noch unbekannten belgischen Dichters Luuk Gruwez, das mir gut gefällt:

 Gläubiges Gebet

Du glaubtest wohl, das Ganze voll im Griff zu haben,

doch mehr als Himmel und Erde bewegen

konntest Du nicht. Wie hast du mich mit Haken 

und Ösen zusammen geflickt: Siehe beispielsweise

den Reißverschluß an einer Seele, der weder zu- noch aufgeht?


Ich konnte also nicht anders, als Dir ähnlich sein. Manchmal

erfolgreich, öfters stümpernd mit meinem viel zu schnell

vermatschten Genie. Heil sind wir natürlich nie,

außer mit einem intus, immer auf der Suche

nach einem Splitter in einem Finger oder nach nichts,


erhältlich in den traurigsten Kneipen auf Erden.

Außerdem, lieber Gott, fange ich an zu glauben, dass Du

kaum an Dichselber glaubst. So grenzenlos bist Du,

dass Du Dir an einem blöden Tag, verirrt in Deinem

Selbstgeschaffenem, nichts mehr merken kannst:


höchste Zeit für Dich, um uns zu lieben.


Luuk Gruwez
aus: Morren tegen de sterren (Querido, 2026)

Übersetzung Jaap Hoepelman März 2026

Montag, 23. Februar 2026

Gedicht des Monats

 

        J. C. van Schagen 1891-1985


Kentern


Es ist gerufen worden, ich habe verstanden.
Ich war beim Spiel mit Schmuck und bunten Perlen;
Mein Tisch war voller Gold und Seide und glitzernden Steinen;
Mein Haus ein Raum der Kostbarkeit, selten, gewollt,
Warm wie im Orient, und viel war es und prächtig.
Im reichen Dunkel schienen schwere Leuchter. -
Doch jetzt ist gerufen worden, ich komme, und Freude ist und Licht.
Im Garten singt ein Vogel.
Ich gehe jetzt heraus und lasse alles zurück.

Es ist gerufen worden, ich habe verstanden.
Es war ein großes Konzert, tausend Herren mühten sich,
Schwarze Schwalbenschwänze, appretierte Westen, rote Köpfe, Bärte wallten in Ekstasen.
In Staffeln grollten Kontrabässe, es waren süße, kühle Flöten, kupferne Signale,
Blitze und Lanzen, Flaggen und Flammen und Schwärme schmeichelnder Geigen.
Es schwebte ein Schwarm von Düften und Locken von warmen Frauen, munteres Plappern und Weichheit von Haaren.
Es war reich und schön und so kunstvoll.-
Dann wurde leise gewarnt und ich bin aufgestanden.
Draußen stand hoch und ewig die Nacht.
Ich werde ihre Kälte jetzt trinken und versteinern.

Es ist gerufen worden, ich habe verstanden.
Ich war bei der Arbeit an den Aufgaben, ich hatte vieles angefangen.
Es war wohl berechnet, eingeteilt und überlegt.
Es war geordnet und geplant, in Schemen, Zeichnungen und Tabellen, in den Schränken abgelegt und in den Aktenmappen.
Das Material bereit, Fertigungsteile, Konstruktionen, halbfertig und neu angefangen, Programme lagen vor und Skizzen.
Produkte standen fertig aufgereiht.
Eine Agenda gab's für jeden Tag.
Immer wusste ich wie spät es war und was heute zu vollenden sei.
Ich ging methodisch vor, nach bewährtem Muster,
Die Zeit war eingeteilt und eine Klingel verkündete das Ende einer jeden Zeile.
Die Tage waren abgezählt, die Wochen aufgeschichtet und im Voraus vollgebucht,
So regierte ich das Jahr und stopfte es, wie eine Wurst.
Ja, ich war sehr beschäftigt, ich schuftete und schwitzte; vieles scheiterte
An der dumpfen Wirklichkeit, die ohne Regel ist und Form,
Ich musste krabbeln wie die Ameise mit dem Ästchen, sieben Mal den gleichen Klumpen hoch.
Doch mein Gewinn war groß und dick war das Buch der Besitztümer. -
Dann ist kurz geflüstert worden und ich bin gegangen,
Kühle Milde umweht nun meine Schläfe;
Ich liege jetzt entbunden in grenzenloser Ruhe.
Jetzt weiß ich es, ab jetzt gehöre ich einem Werk, das still ist und heimlich,
Das ist von den Bäumen, sich wiegend im Wind, das ist von der Sonne, glitzernd auf dem Fluss,
Das ist vom Regen, rauschend im Gras, das ist von den feuchten Augen der Tiere.
Ich werde jetzt für immer frei sein und alles verlieren.
Ich werde nur wandeln und zuschauen.
Um mich herum sind Zeit und Raum, wie um Gottselber.
Ja, ich werde jetzt wohl nichts mehr fertigstellen.


Übersetzung Jaap Hoepelman September 2020

Donnerstag, 29. Januar 2026

Namen in diesem Blog



 
"hoffentlich wird's nicht poetisch"


Achterberg, Gerrit
Adriaan Roland Holst
Adwaita
Aegidius
Andreus
Ashetu, Bernardo
van Eeden, Frederik




Van Maerlant und Reineke Fuchs

 Van Maerlant, aus den "Wundern der Natur": "Von fremden Ländern und Menschen" und "Die Tierwelt".


      Van Maerlant. Die Wunder der Natur                                                             


Willem die Madocke maecte: "Reineke Fuchs", in einer vollständige Version.

Reineke Fuchs oder van de vos Reynaerde 

 


Freitag, 23. Januar 2026

Die Rosa Poetica.


Die Rose ist schön, sie duftet, sie ist vergänglich und sie kann stechen. Voilà die Zutaten für eine feine Sauce auf einer unüberschaubar langen Speisekarte, auch in der poetischen Küche der Niederlande. 
Zunächst einige Beispiele, an denen ich mich schon mal versucht habe:


Jonker Jan van der Noot wollte mit Schönheit und Zerbrechlichkeit verführen:                                                                ...

Ode

Es war April, als Flora sich daran macht
Das Erdreich lieblich zu verschönern
Mit neu gewachs'ner Blumenpracht,
Als ich sie ansprach, meine ersehnte Schöne.

Liebste, sprach ich, schauen wir die Rose an
Die heute früh sich auf das herrlichste entfaltet hat.
Wir standen an der Stelle eine Zeitlang
Und suchten wo die Blume sich verborgen hat.

Wir fanden keine Rose, allein
Die Blütenblätter, alle abgefallen,
Beraubt von allen schönen, reinen
Farben, womit sie hat am Morgen uns gefallen.

Ach Liebste, sprach ich, ist's nicht schade,
Dass diese schöne Blume so schnell ist ausgefallen
Bevor einem erwiesen wurd' die Gnade
Sich zu erfreuen ihres Dufts, das Köstlichste von allem?

Oh ja, sprach sie, schön war die Blume, wirklich.
Deswegen, Liebste, sieh doch wie schnell es geht.
Erlaube, dass bald ich nenne dich
Barmherzig, Liebste, in allen Ehren, früh und spät.

Nutze die Zeit, um die es geht,
Es ist die schönste Zeit deines Bestehens,
Auf dass es dir auch nicht ergeht,
Wie mit der Blume ist geschehen.


Pieter Cornelis Boutens  kontrastiert die Schönheit der Rose mit der Lächerlichkeit einer Statue in "Rosengarten, Berlijn":
                                                                                                                  
Rosengarten
Berlin

1910

Ich habe etwas beinah schönes angeschaut
Hier, wo die Jagd der Oberflächlichkeit
Alles schöne feil für Gold
Besitzen will, und so entweiht -
Ich habe etwas beinah schönes angeschaut:
Im vom Verkehr umtobten Park
Abseits von seinen Asphaltwegen,
Wie in einer Straße eine zugebaute Kirche,
Fand einen Rosengarten ich gelegen:
Dort in sonndurchstrahlter Blumenwolke
Schwiegen vom unbehobelbaren Volke
Leeres Geschwätz, hohles Getue.
Einen Augenblick der Ruhe...
Nur Rosenstauden, Rosenständer!
So dacht' ich - mittendrin
Stand von der doofen Kaiserin
Der doofere Kleiderständer.



Staatsanwalt van Lennep trug seine Sicht der Dinge im Herrenverein "
Saturdagsch Gezelschap" vor:




An ein Röslein

Sanftgefärbte Frühlingsblüte,
Was du wohl auf Selindes Busen tust,
Dass du kuschlig auf den Brüsten
Wie zwischen daunen Pfühlen ruhst!
Artig's Röschen, frisch entfaltet,
Wär' dein selig's Schicksal meins,
Läg' auch ich sanft festgehalten
Wo das Halssatin sich spreitzt,
Ich läge nicht, wie Du, bewusstlos
Das Köpfchen abgeknickt beiseits;
Nein, die Neugier schaute ruh'los
Auf die Landschaft nahebei.
Angespornt von heißen Lüsten
Auf die Brüste, weiß und weich,
Drückt' ich tausend, tausend Küsse
Auf Schultern, Hals und Nacken gleich.
Ich würd' zusammen auch vergleichen
Beide Kugeln, weiß und rund:
Welcher ich den Lorbeer reiche
Woraus bestünde der Befund?
Wo die Venen blauer schienen,
Wo das Weiß am weißten war,
Welcher die größte Federkraft verliehen,
Welche der Beere röter war.
Dann versucht' ich nach zu spüren,
Wohin die hohle Gasse leitet,
Wohin die Furche mich will führen,
Die ein Rund vom anderen scheidet,
Die stillschweigend mir bedeutet,
Dass die Gass' nach unten führt,
Dort, wo warten ungeahnte Freuden,
Von keinem Sterblichen berührt.
Ich nähm die Gasse, lustgetrieben wie ich war,
Bis ich den Schatz in Augenschein genommen
Und sich auftat, was geheim geblieben war,
Bis ich in Cypris' Rosenhof war angekommen.



Ein berühmtes Rosengedicht für seinen Schüler Eugeen van Oye trug der flämische Priester Guido Gezelle bei:

Der Abend und die Rose

Hab' manche, manche Stund' bei Dir
verbracht und sie genossen,
und nie hat mich die Stund' mit Dir
ein einz'ges Mal verdrossen.
Hab' manche, manche Blume Dir
gelesen und geschenkt,
wie eine Biene, ich, mit Dir, mit Dir,
mit Seim wurde getränkt;
doch war die Stunde nie so lieb mit Dir,
so lang' sie dauern sollte,
doch war die Stunde nie so trüb' mit Dir,
als gehen ich nicht wollte,
als jene Stund', an der ich nah bei Dir,
den Abend, hingesessen bin,
ich sagen hört' und sagte Dir
was ist im Herzen innen drin.
Noch keine Blume war so schön, von Dir
gesucht, gepflückt, gelesen,
als die, den Abend...schien auf Dir,
von mir geschenkt gewesen!
Obwohl, sowohl bei mir als Dir,
- wer wird die Wund' genesen? -
die Stund' bei mir, die Stund' bei Dir
ist Stund' nicht lang' gewesen;
obwohl bei mir, obwohl bei Dir,
wenn lieb und handverlesen,
die Rose, auch die Ros' von Dir,
ist Ros' nicht lang gewesen,
doch lange hegt, dies sag' ich Dir,
egal was bringt das Los,
mein Herz drei teure Bilder: Von Dir,
dem Abend  - und - der Ros'!

Gegen Ende des 18e. Jahrhunderts verbreitete sich die Pädagogik der Aufklärung in der Literatur für Kinder und es entstand eine Tendenz zur Vereinfachung der Sprache, von der unsere Schüler bis zum heutigen Tag die Früchte pflücken dürfen:

Hieronimus van Alphen (1746-1803)

In Deutschland hatten Christian Felix Weiße und Gotlob Burmann Kindergedichte veröffentlicht und in den Niederlanden folgte Hieronimus van Alphen (1746-1803) ihnen nach, mit den  "Proeve van Kleine Gedigten voor Kinderen"  ("Versuch einiger kleinen Gedichte für Kinder", 1778). Van Alphens Versuch eine vereinfachte, kindgerechte Sprache zu schreiben wurde sofort zum Erfolg. Das Bändchen wird bis heute in Facsimile herausgegeben. Natürlich wurden die lieben Kleinen zu Gottesfurcht und Tugend angehalten. War die Zartheit der Rose bei van der Noot ein "Carpe Diem" - ergreife die Gelegenheit, morgen ist's zu spät! -, bei van Alphen muss ihre Vergänglichkeit die Kinder zu Ehrfurcht vor Gottes Weisheit anhalten: 


Wenn geziemt die Ehrfurcht sei,
Preise man nicht mit Krittelei.


Die Verwelkte Rose

Warum verwelkt die Rose über Nacht?
Sagt kleiner Jan: Wär's anders nur gemacht!
Diente es Gott nicht eher zur Ehre,
Wenn frisch die Ros' geblieben wäre?
****
Du glaubst, dass es an Ehr' gebricht,
Mein lieber Jan! Es ist so nicht.
Denn der Schöpfer weiß von allen
Am besten wie die Blätter fallen;
Dadurch, so will Er, gibst du Obacht,
Wie Schönheit hin ist über Nacht.
Wenn geziemt die Ehrfurcht sei,
Preise man nicht mit Krittelei.


(Übersetzung Jaap Hoepelman Januar 2026)


Betje Wolff, Aagje Deken

Am Ende des 18. Jahrhunderts ging es der alten Republik schlecht. Nach dem Katastrophenjahr, 1672, hatte sich eine lange Periode des Niedergangs vollzogen, gipfelnd in der französischen Invasion (1795) und der Sperrung des Handels durch die englische Flotte nach dem verlorenen Seekrieg 1780-1784. Die Verelendung der Bevölkerung war massiv. In dieser Lage versuchten die Aufklärerinnen Betje Wolff und Aagje Deken die Moral zu heben durch ihre "Economische Liedjes" ("Ökonomische Liedchen" 1781), geschrieben in einfacher Sprache. Es war ein großer Erfolg. In den "Liedchen" werden die Berufe durch ihre Betreiber sprechend eingeführt, wie in den sehr bekannten Emblematabüchern z.B. des Gravierers und Dichters Jan Luyken (1649-1712) "Spiegel van het menselyk bedryf" ("Spiegel des menschlichen Gewerbes"). 

Jan Luyken "Der Küfer"

Weil sie die moralische und sittliche Erziehung der Kinder als Voraussetzung für die Entwicklung der Bevölkerung betrachteten, schufen sie auch Fabeln für Kinder gleichfalls in einfacher Sprache, häufig nach französischem Vorbild. Einfache Kindersprache? Aus heutiger Sicht traute man den Kindern offensichtlich einiges zu. Die "Fabelen Voor De Nederlandsche Jeugd" ("Fabeln für die Niederländische Jugend" 1784) kannten viele Auflagen und wurden bis ins 20. Jahrhundert in verschiedenen Versionen herausgegeben.
Die schnell welkende Rose ist eine Warnung vor der Wollust von der nur der Stachel der Trauer übrigbleibt. 
Für Betje Wolff hatte "Coosje und ihre Mutter" bestimmt einen persönlichen Bezug. Sie war zarte 17 Jahre alt, als sie mit einem Fähnrich durchbrannte, dem sie ihr Leben lang nachtrauerte. Die kluge  Mutter im Gedicht hat sie wohl an die eigene jung verstorbene geliebte Mutter erinnert.
"Plaisir d'amour ne dure qu'un moment, chagrin d'amour dure toute la vie",
wie auch Kollege Fabeldichter Jean-Pierre Claris de Florian wusste.


VIIIe Fabel

Coosje und ihre Mutter


Coosje, mit kaum vierzehn Jahren,
Fragte, froh und ohne Ahnung,
"Mutti, was mag Wollust sein"?
In kluger, mütterlicher Überlegung
Sah die Dame glasklar ein,
Dass sie, falls sie dieser Frage auswich,
Die Wissbegierte nur belebte,
Also scheute sie die Finte nicht
Um die Schwierigkeit zu meiden.
"Was ist Wollust? Liebe Coosje,
"Deine Mutti sagt es dir,
"Wollust, ach! Ist eine Rose".
"Ei! Ist's möglich, sprach das Mädchen,
"Das ist die kleinste aller Sachen;
"Wenn dem so ist, will ich's betrachten;
"Den kleinen Spaß werd' ich mir machen".
Und hüpfend sprang das liebe Mädchen
Zum Garten, wo der Ros'baum stand
Und pflückte kurzerhand ein Röslein,
Das sie gar liebreizend fand,
Durch den Satin der weichen Blätter,
Durch den Duft, den Glanz, die Glut:
Coosje gab ihm liebe Küsschen,
Wie duftete das Röslein gut!
Es wurde an die Brust geschmiegt.
Damit aber nicht zufrieden,
Legt sie auf den Pfühl die Blume,
Wollte sich zur Ruhe legen...
Doch undenkbar, so zu ruhen,
Schlafen ohne Ros', ei was!
Die Augen konnte sie nicht schließen,
Weit entfernt von ihrem Schatz.
Fast war sie dann eingeschlafen,
da streckte sie das Händchen aus,
Ergriff die Rose, schloß die Augen,
Wie die Braut mit einem Strauß.
Früh erwacht sie, vom Verlangen,
Die Blume wieder an zu schauen..."
"Wie! Betrügen mich die Augen?
"Unmöglich! Kann ich ihnen trauen?
Sprach sie traurig und erstaunt,
"Röslein! Bist du so zerbrechlich...
"Ach. Ein Dorn hat mich gestochen!
"Die selbe Rose? So vergänglich?
"Dein ganzer Glanz ist jetzt verschwunden!
"Dein ganzer Duft verschwand im Wind".
Weinend lief sie hin zur Mutter:
"Gräm dich nicht, mein liebes Kind,
"Getäuscht hab' ich dich nicht, mein Engel;
"Sei das Röslein dir ein Bild. Es schmeichelt,
"Wie die zauberhafte Wollust,
"Die das Herz berührt und streichelt
"Mit den schönsten Lieblichkeiten:
"Liebes Coosje! Trau ihr nicht!
"Bald verwelkt sie und was bleibt dir?
"Dass dich der Dorn der Trauer sticht!"

Fleury

"Fleury" auf den pflichgemäß verwiesen wird, ist der französische schriftsteller Arnaud Berquin (1747-1791), der veröffentlichte unter dem Pseudonym Monsieur Fleury oder Abbé Fleury. Die Fabel ist wohl in seiner Manier geschrieben.

Freitag, 9. Januar 2026

Betje Wolff: Über die Sklaverei im Land der Pfarrer und Kaufleute.





Vlissingen ist eine kleine Stadt im äußersten Südwesten der Niederlande auf der Insel Walcheren in der Provinz Zeeland. Klein, aber nicht ohne. Durch die Lage an der Mündung der Schelde beherrscht sie den Zugang zum Antwerpener Hafen und war entsprechend begehrt und umkämpft. Spanier, Engländer, Franzosen, Deutsche wechselten sich in ihren Versuchen ab, diesen Schlüsselort zu beherrschen und sie geizten nicht mit Bomben und Raketen. Im vorläufig letzten Waffengang, Anfang November 1944,  nahmen britische und kanadische Truppen Vlissingen nach schweren Kämpfen ein. Durch die Bombardierung der Deiche wurde die Insel unter Wasser gesetzt, Vlissingen wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch die exponierte Lage war Vlissingen vorbestimmt, Handels- und Kriegsmarinehafen und reich  zu werden. Der Reichtum der Stadt wurde seit dem Mittelalter
durch Fisch, Salz, Wein und Schiffsbau bestimmt, im 17. und 18. Jahrhundert auch durch Kolonialwaren, wie Gewürze, Textilien und Porzellan. Es gab aber noch andere Vlissinger Wirtschaftszweige, sehr wichtige sogar, aber lange Zeit nur zögerlich erwähnt: Piraterei und Sklavenhandel. Sklaven waren Handelsware und der Sklavenhandel war ein Industriezweig, mit Haupt- und Zulieferbetrieben für den Dreieckshandel: Die Handelsschiffe wurden in Vlissingen mit Gütern beladen, die an der Westküste Afrikas begehrt waren und gehandelt wurden gegen die dort angebotenen Sklaven. Diese wurden in die Karibik verfrachtet und verkauft, woraufhin die Schiffe nach Vlissingen zurück segelten mit Produkten aus den amerikanischen Plantagen. Es wird geschätzt, dass 70% der Niederländischen Sklavenschiffe von Vlissinger Kaufleuten ausgestattet wurden. Die Piraterei war ebenfalls eine wirtschaftliche Aktivität von größter Bedeutung.  In wissenschaftlichen Studien wird Vlissingen ein "Piratennest" genannt. Vlissinger Piraten waren berüchtigt in der ganzen Karibik. Das spanische Wort "pichelingue" für Pirat ist sogar abgeleitet von "Vlissingen", eine Ehre, die nicht jede Kleinstadt für sich in Anspruch nehmen kann.
Die Niederlande werden wohl ein Land von Kaufleuten und Pfarrern genannt. Im Vlissingen des 18en Jahrhunderts funktionierte diese Arbeitsteilung nahezu reibungslos. Die Kaufleute kümmerten sich um den Umsatz und wurden in ihrer merkantilen Flexibilität nur gelegentlich durch moralische Bedenken gehemmt. Die Pfarrer sorgten sich um den sittlich einwandfreihen Lebenswandel der Bürger. Als die quirlige, begabte Elisabeth ("Betje") Bekker *, die 17-jährige Tochter eines Gewürzhändlers, in 1755 mit einem Fähnrich der Armee der Republik durchbrannte, löste das einen gewaltigen Skandal aus. Betjes Teilhabe am Abendmahl wurde verboten, sie mußte öffentlich ihre Schuld bekennen und wurde vom sozialen Leben der Stadt ausgeschlossen. Sie war nicht länger eine akzeptable Partie für ehrsame Kaufmannssöhne. Die fromme Atmosphäre des Hafenstädchens, nur gemildert durch ihr Selbststudium der Philosophie und Literatur der Aufklärung, muss für Elisabeth unerträglich gewesen sein. In einem Porträt wird sie als angeblich 16-jährige dargestellt, mit einer Kopie von Popes "Essay on Man" demonstrativ in der Hand. Marita Mathijsen hat in ihrem Blog nachgewiesen, dass Betje zur Zeit des Entstehens dieses Bildes unmöglich 16 gewesen sein kann . Man hat die Fehldeutung lange bedenkenlos geglaubt. Sie zeigt, wie sehr man von den Fähigkeiten der jungen Savante überzeugt war. Später hat Betje Wolff Popes "Essay on Man" tatsächlich als "Proeve over den Mensch" ("Versuch über den Menschen") übersetzt. 



Ein Ausweg für die junge Elisabeth Bekker war die Ehe im Jahr 1759 mit dem 30 Jahre älteren Adrianus Wolff, einem freisinniger Pastor im weit entfernten Polder "de Beemster". Die Eheleute hatten sich durch ihre beidseitigen literarischen Interessen und Aktivitäten kennengelernt, was dafür spricht, dass der intellektuelle Umgang mit der Teenagerin zumindest nicht als unter der Würde des gelehrten Pastors betrachtet wurde.  

Das Pfarrhaus in Middenbeemster

"De Beemster" lag wirklich weitab vom Schuss. Am Ende des 16. Jahrhunderts gab es keinen Polder, sondern eine große See nördlich von Amsterdam, Teil einer Sumpflandschaft, die sich immer bedrohlicher in das Land hineinfraß.

Der See "De Beemster", ungefähr in der Mitte der Seenplatte

Als Betje Wolff in 1759 zu ihrem Pfarrer in Middenbeemster, dem Hauptort des Beemster Polders zog, hatte die Lage sich vollkommen geändert. Durch Verbesserungen im Windmühlenbau und in der Vermessungskunde konnten, angefangen in 1596, die Nord-Holländischen Seen einer nach dem anderen trocken gelegt werden. "De Beemster" lag 3,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Trockenlegung dauerte von 1607 bis 1612. Überraschend schnell, in meinen Augen. Das Ergebnis war eine streng geometrisch angelegte Landschaft, eine der ersten dieser Art:

Geodätische Karte von "de Beemster" 1658


Als die neue Frau Pastorin Wolff nach Middenbeemster zog, war der Polder 150 Jahre alt und zu einer blühenden Landschaft geworden. Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch Kaufleute, die ihre Gewinne aus der VOC, später auch aus der WIC (Verenigde Oostindische Compagnie, bzw. West Indische Compagnie) als Risikokapital in die Trockenlegungen investierten. Nach und nach wurden in de Beemster stattliche Landhäuser gebaut, in denen die Kaufleute die Sommermonate verbringen konnten. Nach dem "Katastrophenjahr" 1672, ging es mit der Republik bergab, politisch, wirtschaftlich und kulturell. Als klares Zeichen für den Niedergang und allmählig fehlendes Kapital kann man die Schleifung im 18. und 19. Jahrhundert dieser Landhäuser auffassen, von denen es in de Beemster um 1640 ungefähr 50 gab. Das einzig erhaltene Beemster Landhaus "Rustenhove", obwohl nicht das imposanteste, gibt einen Eindruck:


Trotz aller Ingenieurskunst: Eine Reise nach "de Beemster" war ein größeres Unterfangen. Im Sommer, die bevorzugte Zeit der Landhausbesitzer, war die Reise machbar. Im Herbst zogen sich die Herrschaften zurück in die Stadt und im Winter war der Polder fast unzugänglich. Man könnte annehmen, dass Frau Pastorin Wolff in provinzieller Einsamkeit verkümmern würde. Davon konnte aber keine Rede sein. Sie verkürzte die Zeit mit frenetischer Lese- und Schreibarbeit, die unter anderem zu "Beemster-Winter-Buitenleven" - "Beemster-Winter-Landleben" (1775, veröff. 1778) führte, eine "voyage autour de ma chambre" avant la lettre, in zwei Briefen "an eine Freundin"** . Die Briefe bestehen aus gereimten Überlegungen, Erinnerungen, Eindrücke, Stimmungen aus der Polder-Einsamkeit in lockerer Reihenfolge. 
Das "Beemster-Winter-Landleben" enthält ein sehr bekannt gewordenes Fragment über die Sklaverei. Betje hat die Sklaverei gehasst und vermutete, dass ihre eigene Familie davon profitiert hat (darüber unten mehr). Die Ironie der Geschichte wollte, dass die Flucht von Vlissingen nach "de Beemster" auch eine Flucht war von einem Ort, der reich geworden war von der Sklavenhandel, zu einem Ort, in dem das Kapital aus Kolonialgeschäften aller Art, auch vom Sklavenhandel, gewinnbringend angelegt worden war. Man entkommt seiner Zeit und seiner Gesellschaft eben nicht. 
Betjes Entrüstung über den Sklavenhandel, insbesondere nachdem sie, zusammen mit Aagje Deken, zu einer landesweit bekannten Autorin aufgestiegen war, hat aber sicherlich in aufgeklärten Kreisen eine bedeutende Rolle gespielt. Es hat aber in den Niederlanden noch lange gedauert, bevor die Sklaverei endgültig beendet wurde (1863-1873 in Suriname).

 Wenn Wissbegierde es verlangt,

Steig' ich den Alpenhang entlang;

Besuche Chinas Mauerwehr;

Steure entschlossen übers Meer

Gerade lenk' ich nach Amerika,

Doch bin ich dort den Tränen nah,

Seh' ich das Volk, gesetzlos übermachtet,

Gar wie das red'los' Vieh verachtet,

Durch Habsucht und durch Tyrannei

Verdammt zu schwerster Sklaverei:

Grausam getrieben in den Berg,

Zur Fron verschleppt ins Erzbergwerk.

Hör auf du europäischer Barbar!

Sind dir die Seufzer denn nicht klar?

Die Klagen und der Tränenfluss,

Der selbst ein Monster rühren muss?

Der Sklav', dem du die Frau entrissen hast,

Erdrückt ist von der Trauerlast,

Dem du die Kinder hast entwendet,

Der angekettet, wie ein Tier verendet.

Mit Kummer, Mangel, Sorge, Streit,

Ein Dasein voller Schmerz erleid't.

Durch Gier zum Tode ausgezehrt,

Auf Feldern von der Sonn' versehrt,

In Minen, wo beim matten Schein

Der Fackeln atmet Stickluft ein,

Und keuchend schnödes Gold auftut,

Das für dich gilt als höchstes Gut;

Du gierst nach Golde, wie ein Unmensch,

Der Sklave, Unhold!, ist ein Mensch!

Er ist ein Mensch. Schauder' beim Wort!

Der Allmächt'ge, der sieht den Tort,

Und sieht das Unrecht, das man tut,

Schuf uns und ihn vom gleichen Blut.

Ich suche Trost im üpp'gen Ort von Penn.

Friedliches Pennsylvanien!

Wo's Nächstenliebe ist, die Menschen leitet;

Kein Mensch das Sklavenlos erleidet,

Wo Herr ist wie ein Freund dem Knecht,

Der dient ihm nach Gesetz und Recht.

Dem wahren Christentum zur Ehre

Gereichen die, welche die Sittenlehre

des Evangeliums betrachten,

Geschöpfe Gottes nie verachten,

Die im Unglück sich befinden,

Doch für sie Mitgefühl empfinden.

(Beemster-Winter-Buitenleven, Seite 43-45.)

(Übersetzung Jaap Hoepelman, Dezember 2025)

Betje Wolffs Beschreibung enthält schablonenhafte Elemente der kritischen Literatur über das Schicksal der süd-amerikanischen Ureinwohner in den Goldminen im 16. Jahrhundert, z.B. Nicolaas Simon van Winters "Monzogo" (1774). Diese Herangehensweisen hatten den Vorteil, dass nicht unmittelbar auf Aufstände der Sklaven in der Karibik eingegangen werden musste, z.B. auf den Berbice-Aufstand in 1763. Wolffs Erwähnung der paradiesischen Umständen in Pennsylvanien, wo die Quaker 1774 die Sklaverei beendet hatten, läßt die Vermutung zu, dass sie 1775 wohl ein realistischeres Bild der Sklaverei in Nord-Amerika hatte, als in ihrem Gedicht dargestellt wird. Betje Wolffs Abneigung vertiefte sich als sie im französischen Exil (nach der orangistischen Konterrevolution) den Pastor Benjamin-Sigismond Frossard kennen lernte, dessen abolitionistische Verhandlung "La cause des esclaves nègres (1789)" sie 1790 übersetzte. Im quasi-autobiographischen "Geschrift eener bejaarde vrouw" ("Aufzeichnungen einer alten Frau") (1802, zusammen mit Aagje Deken) wird an die Ablehnung noch einmal referiert und die Vermutung ausgesprochen, dass die eigene Famlilie nicht unbeteiligt war. Schon 1798 schrieb Betje einer Freundin, dass sie Verwandten in Vlissingen nicht besuchen wollte, weil, wie sie schrieb, Sklavenhändler ihr zuwider waren.*** Im Übrigen wird dem/r postmodernen Leser/in nicht entgangen sein, dass Wolffs Gedicht aus heutiger Sicht nicht gänzlich frei ist von inkorrekten Wendungen. Man entkommt seiner Zeit und seiner Gesellschaft nicht, wie ich schon sagte.

William Penn

Nach dem Ableben des Pastors Wolff zog Betjes Brieffreundin Aagje Deken zu ihr. Die Zusammenarbeit der beiden Schriftstellerinnen entwickelte sich so intensiv, dass nicht mehr zu entscheiden ist, wer für welchen Teil der mit großem Erfolg entstandenen Schlüsselromane der Emanzipation in den Niederlanden wie "Sara Burgerhart" und "Willem Leevend" zuständig gewesen ist. Das, allerdings, wäre ein Thema für einen anderen Blog.


Aagje Deken, Betje Wolff. Punktgravuren.
Rijksmuseum Amsterdam.****

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Nach dem Auszug aus dem alten Pfarrhaus wohten Betje und Aagje von 1777 bis1782 im Dorf "de Rijp" zusammen und schufteten an ihrem ständig wachsendem Oeuvre. De Rijp ist ein reizvolles, gut erhaltenes Dorf im alten Land auf der Grenze des Beemster Polders. Leicht kann der Verbleib in der beengten Behausung nicht gewesen sein. Die Atmosphäre war ungesund. Die Schriftstellerinnen litten unter vielen Krankheiten. Es war feucht und es stank. Aagje beschwerte sich in einem Brief über den Gestank vom Walfischtran aus gekochtem Walfischspeck und von den faulenden Fellen und Häuten der Gerbereien unmittelbar in der Nähe. Walfisch? De Rijp war ein reiches Dorf, eines der größten Walfangdörfer der Niederlande. Ein Großteil der niederländischen Walfangflotte wurde dort ausgerüstet. Das "Scheepvaartmuseum" organisiert regelmäßige Ausflüge zu den Schwerpunkten der Rijper Walfischfahrt. Von den Grundlagen der Wohlfahrt zur Museumspädagogik der Walfahrt - man würde fast anfangen an Hegels Dialektik der Geschichte zu glauben.

De Rijp, Dorfkern. 

Heutiger Zustand der Häuschen
 in denen Betje Wolff und Aagje Deken lebten 
von 1777 bis 1782

Eine Biografie der Betje Wolff (auf Niederländisch) 

** Maria Van der Mieden-CardinaalP.J. Buijnsters.

***  Material aus Willy Tibergien und Dick Welsink , Aarts' letterkundige almanak, 1988/1991.

**** Die Punktgravure war eine im 18. Jahrhundert in den Niederlanden entwickelte Technik der Glasgravure. Frauenporträts in der Technik sind selten, als Beispiel wird eine Darstellung der Wilhelmine von Preußen genannt. Die Porträts der Schriftstellerinnen in dieser Technik zeigen welche hervorgehobene Rolle sie spielten.

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