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Donnerstag, 1. Oktober 2020

Slauerhoff: Der Entdecker

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Tijd heeft geen vat gekregen op taal Slauerhoff | De ...

Jan Jacob Slauerhoff  (1898-1936)

                                                                                        

Slauerhoff war einer der wichtigsten Dichter, Novellisten und Romanciers in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Als Schiffsarzt fuhr er auf Reisen nach Niederländisch-Indien, auf der Japan-China-Linie, auf der Holland-Westafrika Linie und auf dem königlich-holländischen Lloyd nach Süd-Amerika. 1934 eröffnete er eine ärztliche Praxis in Tanger, in der Hoffnung, dass der Verbleib in Nord-Afrika seiner schwachen Gesundheit gut tun würde. Es half nichts, 1936 zog er wieder in die Niederlande, wo er wenige Monate später in einem Pflegeheim verstarb.

Slauerhoff wird beschrieben als Poète Maudit, verlassen, nirgends zuhause, zutiefst pessimistisch, von allen ungeliebt, im Streit mit allen, insbesondere den Schriftstellerkollegen. Ein schwieriger Mensch, aber der Kapitän eines der Schiffe, auf denen er fuhr nannte ihn den besten Kumpel, den ein Seemann haben könnte; "der Schwarze Chor", die Heizer, nannten ihn die beste Pille mit der sie je gefahren wären.

Slauerhoffs Werk umfasst Romane, Gedichte, Geschichten und Übersetzungen; es wird auch heute noch gelesen.
Cees Nooteboom hat Slauerhoff „einen der großen Reisenden der niederländischen Literatur“ genannt. Ununterbrochen umherziehend empfand Slauerhoff eine enge Verwandtschaft mit dem portugiesischen Dichter Camões, die Hauptfigur seines Romans „Het verboden Rijk“ (Das Verbotene Reich“). 
Slauerhoff hat verschiedene Gedichte mit „portugiesischen Motiven“ geschrieben, einige davon mit portugiesischen Titeln, wie AngústiaFadoO engeitadoSaudadeVida triste.

„Der Entdecker“ erinnert an MagellanCamões, Columbus und andere Großen, oder – je nachdem, wie man es betrachtet – Verfluchten. Es enthält zudem Motive aus dem "Fliegenden Holländer", der ebenfalls ein gänzlich Verdammter. Den Holländer in diesem Gedicht aber kann nicht einmal die innige, fromme Liebe einer Frau vor dem ewigen Herumirren bis ans Ende der Welt retten. Dafür ist das Werk romantisch ohne Ende...

Der Entdecker

Die Bequemen forderten mich auf
Zu fahren. Ihnen hab' ich, pfändend meine Knochen
Fabelhafte Reichtümer, Schätze zuhauf
Wegen des Schiffes dreist versprochen 
                                                                                                           
Und endlich triumphierend heimgebracht.
Bis zur Kante war das Schiff beladen,
Freilich, verreckt' fast alle Kameraden, 
Doch jede Hafenstadt trug Flaggenpracht.

Dann musst' ich knien vor dem goldnen Thron.
Der König hob den Orden hoch, um mir ihn
Huldvoll umzulegen, den ich in wildem Hohn
Ihm entriss und zuwarf einem Paladin.

Eine Frau noch legte innig fromm die Arme um mich,
In ihren grauen Augen hab' meinen Frieden ich erkannt,
Ich sank - doch mich verzehrte leidenschaftlich
Das Feuer, das mich forttreibt ohne Ruhe, fort vom Land.         
                                                   
Ich hastete zurück an Bord,
Einer Entdeckung sicher, vollkommen unbekannt,
Doch unaufhaltsam trieb es mich fort
Zu Wasserwüsten, Küsten, steil wie eine Wand.

Niemals gestehe ich den Irrtum, meinen Wahn.
Vor dieser blinden Mauer werd' ich kreuzen
Bis zu der Welten Ende auf diesem morschen Kahn,
Darauf drei kahle Masten: Galgen? Kreuze?

De ontdekker
in "Eldorado" 1927


(Übersetzung Jaap Hoepelman, Oktober 2018)


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