In Middelharnis ist ein Kind ertrunken.
Nüchterne Nachricht aus dem Abendblatt:
Neben einem Schober, der sich entzündet hatte
und einem Lastkahn, im Kanal gesunken.
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Sechs Tage hat es in mir nachgeklungen.
Kollegen fragten: sag mal, hast du was?
Ich schaffte weiter, doch stets wieder hör' ich das:
In Middelharnis ist ein Kind ertrunken.
-
Und Zeitungen verwehen, werden älter,
die Tage werden kürzer und die Nächte kälter,
doch über's Wasser kommt die kleine Stimme.
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- In Middelharnis, denk' ich, in Gedanken bei ihm
und halt' sein Köpfchen zwischen Herz und Schulter fest
und sing' für es die kleine Totenmesse.
Aus: Verzamelde Gedichten (1966), Herausg. J.M. Meulenhoff
Ursprünglich in ‘Requiem’, in "Steenen" (1939), Herausg. A.A.M. Stols
Vertaling Jaap Hoepelman, April 2026